Wie ich in Teil 3 erklärt habe, ist »assoziatives Lernen« genau das, wonach es klingt. In unserem Gehirn gibt es bereits eine Reihe von Schaltkreisen, die durch Erfahrungen entstanden sind – sozusagen das Bekannte, unser Referenzpunkt.
Wenn wir also eine neue Information – etwas Unbekanntes – aufnehmen, durchsuchen wir unsere Gedächtnisspeicher, bis wir diese Information mit etwas in Verbindung bringen können, das wir bereits kennen. Auf diese Weise stellen wir einen Zusammenhang her – wir fügen Informationen zusammen und weben ein Netz des Verstehens. Wir überbrücken die Kluft zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten.
Auch das Erzählen von Geschichten hat eine assoziative Funktion. In diesem Fall ist die Verbindung, die wir herstellen, eine Möglichkeit.
Wenn wir von der Geschichte eines anderen Menschen erfahren bzw. sie miterleben, beginnen wir, dessen Erfahrung mit unseren eigenen zu verbinden. Das ist in Allegorien, Märchen, Mythen, Gleichnissen und in traditionellen Überlieferungen zu sehen. Es gibt einen Grund, warum diese Geschichten über Generationen hinweg weitergegeben wurden – sie veranschaulichen unsere gemeinsamen menschlichen Erfahrungen. Diese Figuren, Bilder und Lektionen sind zeitlos. Anhand dieser vertrauten Geschichten können wir durch Assoziation besser verstehen, an welchem Punkt wir uns auf unserer eigenen Reise befinden.
Geschichten sind wichtig für unsere Weiterentwicklung in dieser Arbeit. Sie helfen uns, Zweifel und Unsicherheit hinter uns zu lassen und uns entschlossen einzulassen. Denn wenn wir miterleben, wie jemand anderes einen Durchbruch erlebt, können wir uns mit dessen Erfahrungen identifizieren. Wir können neue Möglichkeiten für unser eigenes Wachstum und unsere eigene Heilung erkennen.
Ich habe schon oft von der Vier-Minuten-Meile gesprochen. Niemand hielt es möglich, eine Meile in unter vier Minuten zu laufen – bis Roger Bannister vor fast 70 Jahren diese Grenze durchbrach. Damit trat er nicht nur selbst in einen neuen Bereich des Möglichen ein, sondern öffnete die Tore für viele nach ihm. Was einst als unmöglich galt, wurde für fast 2.000 Menschen, die seit diesem ersten Durchbruch eine Meile in unter vier Minuten gelaufen sind, möglich.
In unserer Gemeinschaft sind die Geschichten der Transformation die »Vier-Minuten-Meile« für alle, die einen Beweis für das suchen, was möglich ist. Kürzlich erzählte mein Team die Geschichte einer Frau (noch nicht auf Deutsch übersetzt, Anm. Dr Joe Dispenza Deutschland Team), die in ihrer eigenen Meditationspraxis einen Plateau-Effekt erlebte, der Prozess also stagnierte. Wegen einer schlimmen Diagnose schaute sie sich die Beispiele andere Menschen an, die durch diese Arbeit geheilt wurden. Und als sie sah, dass jemand anderes eine ähnliche Krankheit geheilt hatte, half ihr das, sich wieder auf ihre eigene Arbeit einzulassen. In bemerkenswert kurzer Zeit hatte auch sie einen Durchbruch in Richtung Heilung.
Wir vermitteln die Sprache der Transformation anhand von Geschichten und Allegorien, weil sie so unmittelbar nachvollziehbar sind. Sie helfen uns, Konzepte in Worte zu fassen, die uns ansonsten fremd oder schwer zu verstehen sind. Wie Metaphern sind sie eine weitere Möglichkeit, um in unserem Gehirn Assoziationen zu wecken – und das Bekannte mit dem Unbekannten zu verbinden.
Menschen, die ihre Geschichte der Transformation mit unserer Gemeinschaft teilen, sind das ultimative Beispiel für Wahrheit. Wir können den ganzen Tag darüber reden, wie man die Formel der Gehirn-Herz-Kohärenz anwendet. Wir können lehren, wie man die Energie des Feldes in 5-D verändert, um die Materie in 3-D zu verändern. Aber diese Menschen haben es gelebt. Sie leben es. Durch ihr Beispiel zeigen sie anderen, was für sie möglich ist. Sie durchbrechen die Barriere des Bewusstseins – bzw. des Unbewusstseins – und öffnen das Tor für alle, die ihnen folgen werden.